Leistungsnachweise in der praxisintegrierten Ausbildung für das Fach „Praxis in Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit“ im ersten und zweiten Ausbildungsjahr

Am Ende des ersten und zweiten Ausbildungsjahres erstellt die jeweilige Praxislehrkraft eine Note für das Fach „Praxis in Einrichtungen der Kinder und Jugendhilfe“.
Die Praxisnote besteht aus den Bewertungen folgender Arbeiten:

Im ersten Jahr der Ausbildung

  • Wahrnehmung und Beschreibung einer Person unter dem Aspekt der Entwicklung in schriftlicher Form
  • schriftliche Planung, praktische Durchführung und Reflexionsgespräch einer Arbeitsprobe
  • zum Schuljahresende eine schriftliche Reflexion der bisherigen Praxiszeit

Im zweiten Jahr der Ausbildung

  • schriftliche Planung, praktische Durchführung und Reflexionsgespräch zweier Arbeitsproben. Mindestens eine dieser Arbeitsproben steht im Zusammenhang mit dem im Fach „Projektarbeit“
  • zum Schuljahresende eine schriftliche Reflexion der bisherigen Praxiszeit

In die Praxisnote fließt jedes Jahr außerdem ein

  • der Verlauf der Praxiszeit, insbesondere die Entwicklung der Studierenden in der Praxis, so wie diese der Praxislehrkraft in den begleitenden Gesprächen und in den Praxisgesprächen deutlich wird
  • das Gutachten der Praxisanleitung über den Praxisanteil der Ausbildung

Die folgenden Hinweise und Bewertungskriterien sollen den Studierenden beim Erstellen der oben
genannten Arbeiten helfen. Außerdem sollen sie den Praxisanleitungen die Möglichkeit geben, die
Studierenden bei diesen Arbeiten zu beraten und zu begleiten.

Bei allen schriftlichen Arbeiten sind die Anforderungen an Form und Gestaltung von Hausarbeiten (siehe Infomappe) zu berücksichtigen.

1. Wahrnehmung und Beschreibung einer Person unter dem Aspekt der Entwicklung

Der Datenschutz ist unbedingt zu beachten! Alle personenbezogenen Daten (Namen, Orte, Jahreszahlen usw.) sind unbedingt zu verschlüsseln oder wegzulassen! Die ausgewählte Person und ggf. ihre gesetzliche Vertretung müssen über die Arbeit informiert und damit einverstanden sein. Sie sind berechtigt, das Ergebnis einzusehen und können ihre Einwilligung jederzeit widerrufen. Fotos sollten nicht benutzt werden. Geschieht dies doch, müssen Gesichter unkenntlich gemacht werden.

Die genaue Wahrnehmung und Beschreibung einer Person in ihrer Ganzheit ist Grundlage jedes heilerziehungspflegerischen Handelns, jedes geplanten Angebotes. Es ist unbedingt notwendig, von der Person als Ganzes auszugehen, das für diese Person Wesentliche herauszufinden und nach der Analyse wieder zur Ganzheit zurückzukehren.

Erkenntnisse über die ausgewählte Person sollen zunächst nur aus der eigenen Wahrnehmung und aus dem Gespräch mit der Person selbst, nicht aus der Akte oder von dritten Personen gewonnen werden! Es ist immer vom Phänomen, d.h. von dem in einer Situation tatsächlich wahrnehmbaren auszugehen. Dies ist jeweils wertfrei und lediglich beschreibend wiederzugeben.

Zu einer ganzheitlichen Wahrnehmung und Beschreibung einer Person gehören auf der einen Seite auch biographische Aspekte, welche die aktuelle Lebenssituation begründen. Auf der anderen Seite bilden sowohl die ausgewählte Person selbst als auch alle an deren Leben Beteiligten Annahmen über zukünftige Entwicklungen der ausgewählten Person. Diese Annahmen sind gleichzeitig Bestandteil einer ganzheitlichen Wahrnehmung und Beschreibung. An diesem Punkt ist es besonders wichtig, die Person selbst an dem Prozess zu beteiligen! Dazu gehört die individuellen Wünsche, Bedürfnisse, Ansichten, Meinungen etc. der ausgewählten Person deutlich einzubezie-hen.

Entwicklung geht von Fähigkeiten aus. Somit richtet sich der Blick der wahrnehmenden Person zunächst auf diesen Bereich: Es gilt zu beschrieben, was ein Mensch kann und was ein Mensch tut. Defizitäre Beschreibungen führen zu Stigmatisierungen. Jedes Verhalten zeigt Fähigkeiten einer Person, an denen Entwicklungsbegleitung ansetzen kann.

Völlige Objektivität ist in der Beobachtung nicht möglich. Dennoch gilt es, sich bei der Beschreibung einer Person von den eigenen Empfindungen weitestgehend zu distanzieren. Dementsprechend wird in einer Personenbeschreibung die ausgewählte Person und nicht die Autorin/der Autor mit seinen Meinungen oder Gefühlen deutlich. Interpretationen, Spekulationen, Urteile und Zu-schreibungen gehören nicht in die Beschreibung.

In dieser Arbeit geht es auch um eine Reduktion auf das Wesentliche! Der Umfang der Arbeit soll daher etwa 6-8 Seiten betragen.

Beispielgliederung

Diese Gliederung ist nur eine grobe Richtlinie! Schwerpunkte müssen und sollen individuell ausgewählt werden.

  1. Einleitung
    • Warum wird diese Person gewählt?
    • Welche Informationen sind bereits bekannt?
    • Welche Begegnungen gab es bisher mit dieser Person?
    • Auf welchem Stand befindet sich die Beziehung zwischen der beschreibenden und der beschriebenen Person?
    • Wie steht die Person zu der Beobachtung?
  2. Beschreibung des körperlichen und gesundheitlichen Erscheinungsbildes, z.B.
    • Von oben nach unten, von außen nach innen
    • Proportionen
    • bekannte Gesundheits- oder Krankheitszustände
  3. Beschreibung der Bewegung, z.B.
    • Grob- und Feinmotorik
    • Bewegungsplanung und -steuerung
    • Individuelle Bewegungsmuster
  4. Beschreibung der Wahrnehmung (evtl. Vorlieben u. Abneigungen), z.B.
    • taktil-haptisch und taktil-kinästhetisch
    • Wahrnehmung der eigenen Leiblichkeit (Hunger/Sattheit, Wachheit/Müdigkeit usw.)
    • vestibulär, olfaktorisch, gustatorisch, visuell, Temperaturempfinden, akustisch
  5. Beschreibung der kommunikativen Fähigkeiten, z.B.
    • Kontaktaufnahme
    • Mimik/Gestik
    • Sprachverständnis, Sprachgebrauch
    • Begriffsbildung, Wortschatz, Ausdrucksfähigkeit
    • Schriftsprache
    • Umgang mit Kommunikationshilfen
  6. Beschreibung der kognitiven Fähigkeiten, z.B.
    • Gedächtnis
    • Kreativität
    • Kombinationsfähigkeit, Urteilsbildung
    • Abstraktionsfähigkeit, Vorstellungsfähigkeit
    • Fähigkeiten im Lesen, Schreiben u. Rechnen
  7. Beschreibung der sozialen Fähigkeiten, z.B.
    • Kontaktaufnahme
    • Offenheit
    • Spielfähigkeit
    • Konfliktverhalten
    • sich verweigern können
    • Zusammenarbeit
    • Integrationsfähigkeit
    • Sexualität
    • Selbstbild
    • Welt- und Menschenbild
  8. Beschreibung der emotionalen Fähigkeiten, z.B.
    • Antrieb
    • Lebenszutrauen
    • Stabilität
    • Empathie
    • Affektstabilität, Affektkontrolle
    • Emotionale Ausdrucksmöglichkeiten
  9. Beschreibung des Lern- und Arbeitsverhaltens, z.B.
    • Denk- und Arbeitsstil
    • Aufmerksamkeit
    • Arbeitstempo
    • Lern- und Arbeitsmotivation
    • Durchhaltevermögen, Disziplin
    • Flexibilität
    • Belastbarkeit
    • Handlungskompetenz
    • Selbständigkeit
    • Kreativität
    • Initiative
    • Frustrationstoleranz
  10. Beschreibung der Motivation, z.B.
    • Interesse
    • Motive
    • Neugier
    • extrinsische/intrinsische Motivation
    • Ausdauer
  11. Beschreibung der lebenspraktischen Fähigkeiten, z.B.
    • Essverhalten
    • Körperhygiene
    • Umgang mit Kleidung
    • Selbständigkeit im häuslichen Bereich und außer Haus
    • Umgang mit Zeit
    • Umgang mit Zahlungsmitteln
  12. Biografische Entwicklung, z.B.
    • Was erzählt die Person über ihr Leben?
    • Was erzählen andere am Leben der Person Beteiligte?
  13. Entwicklungsperspektiven, z.B.
    • In welchen Bereichen möchte sich die Person selbst gerne weiterentwickeln?
    • In welchen Bereichen wäre der/die Studierende gerne an der weiteren Entwicklung beteiligt? In welcher Form?
    • Was ist an Entwicklungsmöglichkeiten für diese Person außerdem noch vorstellbar?
    • Wie realistisch sind diese Vorstellungen (wie sieht dies die Person selbst, wie sehen dies Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern, Angehörige, Freunde usw.)?

Bewertungskriterien für die Wahrnehmung und Beschreibung einer Person

Gesamt100 Punkte
Kriteriummax. Punkte
Form und Gestaltung5
Erkennen des Wesentlichen, Auslassen des Unwesentlichen15
Vermittlung eines ganzheitlichen Bildes der Person20
Deutliches Einbeziehen der Person im Rahmen der gesamten Arbeit15
Orientierung an Phänomenen, möglichst objektive Beschreibung15
An Fähigkeiten und Ressourcen orientierte Darstellung15
Berücksichtigung des Entwicklungsaspekts15

Bewertungsschlüssel

Erreichte Punkte von 100Zensur
98-100Sehr gut +
94- 97Sehr gut
91-93Sehr gut -
88-90Gut +
80-87Gut
77-79Gut -
74-76Befriedigend +
66-73Befriedigend
62-65Befriedigend -
59-61Ausreichend +
49-58Ausreichend
46-48Ausreichend-
42-45Mangelhaft +
28-41Mangelhaft
23-27Mangelhaft -
0-22Ungenügend

 

2. Die Arbeitsprobe: Ermöglichend und unterstützend planen und handeln

Die Arbeitsproben im Rahmen der praxisintegrierten Ausbildung finden in unterschiedlichen Zusammenhängen statt:
Im ersten Jahr sollte die Arbeitsprobe aus den alltäglichen Zusammenhängen gewählt werden. Sie muss einen deutlichen Bezug zum Arbeits- und Lebensalltag aller beteiligten Personen haben. Die Arbeitsprobe soll weder isoliert für sich stehen noch in irgendeiner Form eine einmalige "Sondersituation" sein. Es ist möglich, eine Situation zu wählen, mit der alle oder ein Teil der beteiligten Personen bereits Erfahrung haben.
Im zweiten Jahr steht mindestens eine der Arbeitsproben im Zusammenhang mit der Projektarbeit. Es ist aber auch möglich, eine Arbeitsprobe ebenfalls aus den alltäglichen Zusammenhängen zu wählen.

Eine Arbeitsprobe besteht grundsätzlich aus einer schriftlichen Planung, aus der praktischen Durchführung und einem Reflexionsgespräch.
In der Arbeitsprobe soll deutlich werden, dass das Schaffen von Möglichkeiten und die Unterstüt-zung bei der Verwirklichung von Bedürfnissen und Wünschen des/der Klienten im Vordergrund der heilerziehungspflegerischen Arbeit stehen. Die schriftliche Planung und Begründung der Vorge-hensweise sowie die Zielformulierung sind in diesem Sinne zu gestalten.
Bei der Durchführung wird häufig deutlich, dass die Begegnung und Beziehungsgestaltung mit Menschen immer nur bedingt planbar ist. Oft laufen vorher genau geplante Situationen ganz anders ab. Häufig kommen Störungen vor, mit denen niemand gerechnet hat. Diese Unwägbarkeiten sind wesentlicher Bestandteil der Arbeit von Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspflegern. Deshalb sollte eine innere Grundhaltung ausgebildet werden, die jedes Geschehen so akzeptiert, wie es geschieht. Aus einer solchen gelassenen Akzeptanz heraus wächst die Fähigkeit, geistesgegenwärtig zu handeln, das bedeutet sinnvoll zu improvisieren, intuitiv und inspirativ an-gemessen zu agieren.

An der Arbeitsprobe nehmen die Praxislehrkraft und die Praxisanleitung teil. Im Anschluss an die Arbeitsprobe findet in dieser Zusammensetzung ein Reflexionsgespräch statt.

Der Datenschutz ist zu beachten! Alle personenbezogenen Daten (Namen, Orte, Jahreszahlen usw.) sind unbedingt zu verschlüsseln! Die beteiligten Personen haben die Möglichkeit, ihre Zustimmung zur Teilnahme jederzeit zu widerrufen.

Der Umfang der schriftlichen Planung beträgt 6-10 Seiten.

Die schriftliche Planung wird der Praxislehrkraft und der Praxisanleitung rechtzeitig vor der praktischen Durchführung vorgelegt. Ein genauer Abgabetermin wird mit der Praxislehrkraft besprochen.

Struktur der schriftlichen Planung

  1. Einleitung
    In der Einleitung geht es zum einen um die Beschreibung der Rahmenbedingungen und des Gesamtzusammenhangs. Dazu gehört es die Einrichtung und deren Auftrag kurz zu beschreiben sowie Angaben zum Berufsbild Heilerziehungspflegerin/Heilerziehungspfleger in dieser Einrichtung zu machen.
    Zum anderen wird in der Einleitung das Thema der Arbeitsprobe benannt. Dabei sind die beteiligten Personen, Ort der Durchführung, Wochentag, Datum und geplanter Zeitraum zu benennen.
    Abschließend wird in der Einleitung die Struktur der folgenden schriftlichen Planung beschrieben.
  2. Analyse
    In der Analyse geht es darum, eine bestimmte Situation zu untersuchen, um eine Grundlage für alle Schritte der Arbeitsprobe zu haben. Die Ziele, die konkreten Planungen und Umsetzungen müssen mit den in der Analyse gewonnenen Erkenntnissen begründet werden. Bei der Analyse ist es wichtig, neben den Klienten mit ihren Fähigkeiten und Ressourcen, deren Bedarfen (= Notwendigkeiten) und Bedürfnissen (= Wünsche, Hoffnungen, Ängste ...) auch die Perspektiven und äu-ßeren Bedingungen (z.B. Räumlichkeiten, Finanzen, Zeitrahmen, personelle Besetzung usw.) der Einrichtung darzustellen. Ebenso werden die eigene Situation, die eigenen Fähigkeiten und Mög-lichkeiten im Bezug auf die Arbeitsprobenthematik sowie die eigene Professionalität analysiert.
  3. Zielsetzung
    Aus der Analyse ergibt sich, welches Ergebnis am Ende des Arbeitsprobenprozesses stehen soll. Daraus ergibt sich für die Zielsetzung im ersten Schritt eine Formulierung von Zielen durch den/die Klienten bzw. falls der Klient/die Klienten dies nicht will oder kann eine Formulierung von Hypothesen durch die Heilerziehungspflegerin/den Heilerziehungspfleger. Diese Hypothesen müssen aus der Analyse heraus gut und genau begründet werden. In einem zweiten Schritt werden Ziele der/des Studierenden für die eigene berufsbezogene Entwicklung formuliert.
    Bei der Formulierung von Zielen ist es sinnvoll sich an den SMART-Kriterien zu orientieren:

    • S: Die Ziele werden spezifisch für das Klientel formuliert.
    • M: Die Ziele sind messbar. (D.h. hier werden Überprüfungskriterien formuliert)
    • A: Die Ziele sind für das Klientel attraktiv.
    • R: Die Ziele sind realistisch.
    • T: Die Ziele sind terminiert. (D.h. der Zeitraum ist überschaubar und wird durch die Formulierung von Fern- und Nahzielen differenziert.)
  4. Planung
    Mit der Planung schaffen alle beteiligten Personen gemeinsam einen Rahmen, um die zuvor erstellten Ziele umsetzen zu können. Die Planung bezieht sich auf den gesamten zu planenden Zeitraum und auf alle für die Umsetzung notwendigen Bereiche. Im Rahmen der Planung wird das Vorgehen basierend auf den Ergebnissen der Analyse und der Zielformulierung klar begründet.
    Es werden zwei Schwerpunktbereiche unterschieden: die vorbereitende Planung und der konkrete Ablauf der Arbeitsprobe.
    In der vorbereitenden Planung werden sowohl die zeitliche Struktur der Gesamtplanung als auch das Material, die Finanzierung, räumliche und personelle Ressourcen benannt bzw. organisiert.
    Im Ablauf geht es darum, die praktische Durchführung der Arbeitsprobe so kleinschrittig wie möglich zu beschreiben. Hierbei werden folgende Aspekte berücksichtigt: Zeit, Material, beteiligte Personen, Handlungsschritte, Kommunikationsform und -inhalt, mögliche Abweichungen sowie alternative Handlungsmöglichkeiten. Für die Darstellung des Ablaufes bietet sich eine Tabelle an.
    Bei der Planung wird außerdem überlegt, wie die Auswertung der Handlung und die Reflexion des ganzen Prozesses aussehen sollen.
  5. Vorplanung des Reflexionsgesprächs
    In der Reflexion geht es darum, noch einmal auf den gesamten Arbeitsprobenprozess zurückzuschauen. Dabei werden die formulierten Ziele sowie die Stimmigkeit des Themas im Bezug auf diese überprüft und ausgewertet. Außerdem wird der individuelle Entwicklungsprozess, -stand und -bedarf der/des Studierenden thematisiert.
    Für die Vorplanung des Reflexionsgespräches ist es notwendig Reflexionsfragen zu entwickeln, die das eigene Verhalten im Rahmen der praktischen Durchführung, besondere Situationen, kritische Momente und Kompetenzen thematisieren.

Bewertungskriterien für die Arbeitsprobe

Bewertet werden:
a) die schriftliche Planung

Gesamt100 Punkte
Kriteriummax. Punkte
Form und Gestaltung5
Vollständigkeit und Schlüssigkeit der gesamten Planung der Arbeitsprobe (Struktur und „roter Faden“)10
Konkrete Einleitung10
Detaillierte und ganzheitliche Analyse20
Begründete und gründliche Zielsetzung20
Umfassende Durchführungsplanung und detaillierter Ablauf15
Ausführliche Vorbereitung des Reflexionsgesprächs10
Angemessenheit des Angebots im Hinblick auf Bedarfe/Bedürfnisse des/der Klienten (Komplexität und Differenziertheit)10

Bewertungsschlüssel

Erreichte Punkte von 100Zensur
98-100Sehr gut +
94- 97Sehr gut
91-93Sehr gut -
88-90Gut +
80-87Gut
77-79Gut -
74-76Befriedigend +
66-73Befriedigend
62-65Befriedigend -
59-61Ausreichend +
49-58Ausreichend
46-48Ausreichend-
42-45Mangelhaft +
28-41Mangelhaft
23-27Mangelhaft -
0-22Ungenügend

b) die Durchführung

Es geht bei der Durchführung nicht darum, ein Geschehen exakt nach Plan ablaufen zu lassen. Jedoch wird in jedem Handlungsschritt die professionelle und dem Ausbildungsstand angemessene Haltung deutlich. Dazu gehören zum Beispiel: Zeitmanagement, Planungssicherheit, Kommunikationsverhalten, Beziehungsgestaltung und Authentizität.

Die Durchführung wird im Anschluss an das Reflexionsgespräch von der/dem Studierenden, der Anleitung und der Praxislehrkraft beurteilt. Die Praxislehrkraft erstellt daraus die Note.

c) die Reflexion

In der Reflexion geht es darum, sich das Geschehen noch einmal zu vergegenwärtigen, die eigenen Wahrnehmungen und Gefühle zu formulieren, die Situation im Hinblick auf alle Beteiligten zu analysieren und ein in die Zukunft weisendes Fazit zu ziehen.

Bewertungskriterien sind Vollständigkeit und Selbständigkeit der Reflexion sowie die Fähigkeit, Anregungen und (positive und negative) Kritik der Anleitung und der Praxislehrkraft aufzunehmen und zu verwerten.

Die Reflexion wird abschließend von der oder dem Studierenden, der Anleitung und der Praxislehrkraft beurteilt. Die Praxislehrkraft erstellt daraus die Note.

Gesamtnote

Die Gesamtnote ergibt sich in der Regel aus dem arithmetischen Mittel der Ergebnisse von schriftlicher Planung, praktischer Durchführung und Reflexionsgespräch. Im Einzelfall kann eine herausragende Leistung (sowohl positiv als auch negativ) in einem der drei Bereiche bei der Gesamtnote besonders berücksichtigt werden. Dies liegt im Ermessen der Praxislehrkraft.

3. Schriftliche Reflexion der bisherigen Praxiszeit

In der Reflexion geht es darum, sich den bisher in der Praxiseinrichtung verbrachten Zeitraum noch einmal zu vergegenwärtigen. Dazu gehört es die eigenen Wahrnehmungen und Gefühle zu formulieren und das Ganze oder auch bestimmte Situationen im Hinblick auf alle Beteiligten zu analysieren. Ebenso wird ein in die Zukunft weisendes Fazit gezogen.

Der Umfang der Arbeit soll 6-10 Seiten betragen.

Struktur der schriftlichen Reflexion

  1. Einleitung
    In der Einleitung geht es zunächst um die Beschreibung der Rahmenbedingungen und des Gesamtzusammenhangs. Dazu gehört es die Einrichtung und deren Auftrag sowie das konkrete Arbeitsfeld kurz zu beschreiben. Ebenso werden Klientel und Team sowie Aufgaben und Tätigkeiten im bisherigen Ausbildungsabschnitt benannt. Im zweiten Ausbildungsjahr werden die Veränderungen gegenüber dem ersten Jahr dargestellt.
    Abschließend wird in der Einleitung die Struktur der folgenden schriftlichen Reflexion beschrieben.
  2. Persönliche Verbindung mit der Praxis
    In diesem Teil der schriftlichen Reflexion geht es darum zu erläutern mit welchen Vorstellungen, Wünschen, Gefühlen, Erwartungen usw. die/der Studierende in die Praxiszeit hineingegangen ist und wie sich diese im Verlauf verändert haben. Ebenfalls werden die gemachten Erfahrungen konkret beschrieben. Hierzu werden zur Verdeutlichung spezielle Beispielsituationen herangezogen.
  3. Analyse
    In der Analyse werden sowohl die Kompetenzen und Stärken als auch die Entwicklungsbereiche und Schwächen der/des Studierenden dargestellt. Um diesen Aspekt zu verdeutlichen werden Reaktionen und Meinungen Dritter miteinbezogen und reflektiert. Außerdem soll dies durch die Darstellung konkreter Situationen verdeutlicht werden. Im Rahmen der Analyse werden sowohl die Vergangenheit (Wo komme ich her?) als auch die Gegenwart (Wo stehe ich jetzt?) und die Zukunft (Wo will ich hin?) berücksichtigt.
  4. Fazit
    Im Fazit wird der Lernprozess der/des Studierenden beschrieben. Dazu gehört es Schlüsse aus der Analyse der bisherigen Praxiszeit zu ziehen und eine Selbsteinschätzung über die eigenen Tätigkeiten sowie Kompetenzen zu tätigen. Dabei werden Entwicklungsziele erarbeitet und Strategien zu deren Erreichung entwickelt. Außerdem wird deutlich, welchen Einfluss das Schreiben der Reflexion auf die/den Studierenden hat.

Bewertungskriterien für die schriftliche Reflexion der Praxis

Gesamt100 Punkte
Kriteriummax. Punkte
Form und Gestaltung5
Vertiefende Darstellung der persönlichen Situation, der eigenen Vorstellungen, Empfindungen, Handlungsweisen20
Deutlich erkennbare und kritische Analyse der eigenen Sichtweise unter Berücksichtigung verschiedener Perspektiven20
Erkennen eigener Fähigkeiten und des eigenen Entwicklungsbedarfs20
Deutlicher Zukunftsbezug im Hinblick auf die eigene Berufsrolle und das eigene professionelle Handeln20
Formulierung von Strategien zur (Entwicklungs-)Zielerreichung15

Bewertungsschlüssel

Erreichte Punkte von 100Zensur
98-100Sehr gut +
94- 97Sehr gut
91-93Sehr gut -
88-90Gut +
80-87Gut
77-79Gut -
74-76Befriedigend +
66-73Befriedigend
62-65Befriedigend -
59-61Ausreichend +
49-58Ausreichend
46-48Ausreichend-
42-45Mangelhaft +
28-41Mangelhaft
23-27Mangelhaft -
0-22Ungenügend