Praxisinfos SOP

Informationen zur Praxisintegrierten Ausbildung für Erzieher/innen (SOP)

Am Ita Wegman Berufskolleg kann die Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher praxisintegriert (berufsbegleitend) durchgeführt werden. Praxisintegriert heißt, dass die fachpraktischen Anteile der Ausbildung nicht wie in der Vollzeitform in Form von Praktika (Kurzzeitpraktika und Berufspraktikum) stattfinden, sondern in die Gesamtstruktur der Ausbildung integriert sind.
Diese Form der Ausbildung setzt ein Beschäftigungsverhältnis mit einer Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe im Umfang von mindestens 17,5 Stunden (in der Regel 19,5 Stunden) voraus. Im Übrigen gelten die gleichen rechtlichen Vorschriften (Prüfungsordnung) wie in der vollzeitschulischen Ausbildung. Die Ausbildungsdauer beträgt 3 Jahre.
Die Ausbildung schließt ab mit der theoretischen und fachpraktischen Abschlussprüfung am Ende des dritten Ausbildungsjahres.

1. Einrichtungen

Der praktische Anteil der Ausbildung muss in einer anerkannten Einrichtung der Kinder- und Ju-gendarbeit unter Anleitung einer Fachkraft mit mindestens zweijähriger Berufserfahrung (Erzie-her/in, Heilpädagoge/in, Dipl. Sozialpädagoge/in bzw. Sozialarbeiter/in usw.) durchgeführt werden. Falls der praktische Teil der Ausbildung an einer Förderschule (nur möglich an Förderschulen mit dem Schwerpunkt „geistige Entwicklung“) absolviert wird, muss wegen der Ferienzeiten der Stel-lenanteil entsprechend erhöht bzw. die Praxiszeit entsprechend verlängert werden.

Die Praxiseinrichtung sollte in der Regel im Umkreis von 50 km um das Ita Wegman Berufskolleg liegen. Studierenden, die in einer anthroposophischen Einrichtung den Praxisanteil ihrer Ausbildung absolvieren, wird es im Einzelfall ermöglicht, auch außerhalb dieses Radius' Stellen anzunehmen. Hierzu muss ein offizieller Antrag bei der Bildungsgangleitung gestellt werden.

Die Ausbildung muss innerhalb von fünf Jahren nach Beginn der Ausbildung erfolgreich abge-schlossen sein. Ein Antrag auf Verlängerung dieser Frist kann in begründeten Ausnahmefällen schriftlich über die Schulleitung bei der Bezirksregierung gestellt werden.

WICHTIGE INFO ZUM PRAXISORTWECHSEL:
Im Lehrplan der Fachschule für Sozialpädagogik des Landes NRW ist es vorgeschrieben, die Pra-xisanteile innerhalb der Ausbildung in mindestens zwei Arbeitsfeldern abzuleisten. Im Rahmen der Ausbildung am Ita Wegman Berufskolleg ist es daher verpflichtend, im zweiten Ausbildungsjahr ein achtwöchiges Pflichtpraktikum (praxisintegriert an den nicht-schulischen Tagen) in einer Einrich-tung mit einem anderen Arbeitsfeld zu absolvieren. Der Zeitrahmen für dieses Praktikum wird von der Schule vorgegeben.
Folgende fünf Arbeitsfelder sind im Lehrplan definiert:
 Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern von 0 bis 6 Jahren in Tageseinrichtung
 Bildung, Erziehung und Betreuung in der Arbeit mit Grundschulkindern im Offenen Ganztag
 Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe (Hilfen zur Erziehung)
 Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Einrich-tungen der offenen Jugendarbeit
 Bildung, Erziehung und Betreuung von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit beson-derem Förderbedarf in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe.
Im Rahmen dieses Praxiswechsels besteht die Möglichkeit, die Studierenden bezahlt von ihrer Arbeit in der Vertragseinrichtung freizustellen. Bei einer guten Absprache der Einrichtungen und der Studierenden untereinander ist es auch möglich, dass Studierende gegenseitig ihre Praxisplätze tauschen, so dass alle Praxisplätze immer besetzt sind.
Wir bitten die Einrichtungen, an diesem Punkt mitzuarbeiten und individuelle Möglichkeiten zu ent-wickeln sowie bei der Erstellung des Ausbildungsplanes das Pflichtpraktikum zu berücksichtigen. Die Praxislehrkräfte des Ita Wegman Berufskollegs werden beim ersten Besuch in der Einrichtung dieses Thema mit den Anleitungen besprechen.

2. Vertrag und Gehalt

Die Praxiseinrichtung schließt mit der oder dem Studierenden einen Vertrag über die Ausbildungs-dauer von 3 Jahren ab.
Der Vertrag sollte eine Vereinbarung darüber enthalten, was im Falle der Nichtversetzung ge-schieht. Laut Schulrecht ist die einmalige Wiederholung eines der drei Ausbildungsjahre möglich. Es wäre sinnvoll, wenn in diesem Fall der Vertrag um ein Jahr verlängert werden könnte.
Außerdem ist es ratsam, vertraglich festzulegen, was geschieht, wenn der oder die Studierende im Fach "Praxis in Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit“ nicht ausreichende Leistungen er-bringt.
Eine Kopie des Vertrages erhält das Ita Wegman Berufskolleg.
Folgende Vertragsformen sind möglich (bei Bedarf kann auf Nachfrage ein Vertragsmuster ausge-händigt werden):

a) Ausbildungsvertrag

Es handelt sich im Sinne der Prüfungsordnung um einen Ausbildungsvertrag besonderer Art, bei dem der Erwerb von beruflichen Kenntnissen, Fertigkeiten und Erfahrungen im Vordergrund steht. Dabei gelten die entsprechenden Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes und die allgemeinen Vorschriften des Arbeitsrechtes.
Ausbildungsverträge sind Vollzeitverträge, die die Freistellung der Studierenden für die Unter-richtszeiten beinhalten (dabei entsprechen 2 Unterrichtstage pro Woche dem Umfang einer halben Wochenarbeitszeit, eine Unterrichts-Blockwoche entspricht einer vollen Arbeitswoche). Innerhalb von 3 Ausbildungsjahren müssen mind. 2400 Arbeits¬stunden abgeleistet werden.
Urlaub muss während der unterrichtsfreien Zeiten genommen werden, im Übrigen wird während der Schulferien im Umfang einer vollen Stelle gearbeitet.
Ein festgelegtes Gehalt für diese Form der Ausbildung gibt es nicht, der Deutsche Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV) hat jedoch Zahlen herausgegeben, die den Ausbildungsvergütungen im Pflegebereich entsprechen. Die jeweils aktuellen Beträge können über den DPWV in Erfahrung gebracht werden.

b) Praktikumsvertrag
Wenn alle für den Ausbildungsvertrag beschriebenen Voraussetzungen beachtet werden, kann auch ein über drei Jahre laufender Praktikumsvertrag über mindestens 17,5 Arbeitsstunden wö-chentlich abgeschlossen werden (am Ende der Ausbildung bescheinigt die Einrichtung, dass mind. 2400 Praxisstunden abgeleistet wurden). Allerdings sollten auch hier die vom DPWV vorgegebenen Ausbildungsvergütungen berücksichtigt werden. Dass gerade kleine Einrichtungen nicht immer in der Lage sind, nach Tarif zu bezahlen, soll nicht dazu führen, dass Studierende in der pra-xisintegrierten Ausbildung generell als billige oder gar unbezahlte Arbeitskräfte angesehen werden. Das Ita Wegman Berufskolleg wendet sich ausdrücklich gegen eine Tendenz, Studierende unter Tarif-Niveau zu bezahlen.

c) Arbeitsvertrag

Eine andere Form ist der Arbeitsvertrag, der mindestens 17,5 Wochenarbeitsstunden (in der Regel 19,5 Wochenarbeitsstunden) abdecken muss. Diese im Vertrag festgelegte Wochenarbeitszeit bleibt auch während der unterrichtsfreien Zeiten (Ferien) konstant. Für Unterrichts-Blocktage muss eine Freistellung durch die Einrichtung erfolgen. Es kann eine Klausel eingearbeitet werden, dass die während der Blockwochen nicht erbrachte Arbeitszeit während der Schulferien nachgearbeitet wird. Am Ende der Ausbildung bescheinigt die Einrichtung, dass mind. 2400 Praxisstunden abge-leistet wurden. Die Bezahlung richtet sich nach den in der Einrichtung gültigen Tarifen.
Studierende mit Arbeitsvertrag sind in den Einrichtungen hauptamtliche Mitarbeiter, d.h. sie können im Dienstplan als voll verantwortliche Mitarbeiter eingesetzt werden. Das kommt der Einrichtung zugute, kann aber eine sinnvolle Anleitung und Ausbildung in der Praxis erschweren. Reflexi-onsgespräche müssen außerhalb der Arbeitszeit geführt werden und entfallen dadurch möglicher-weise. Das entspricht nicht dem Sinn der Ausbildung, insbesondere wenn bei der Studierenden noch keine oder nur geringfügige praktische Erfahrung vorliegt.

3. Arbeitszeiten, Fehlzeiten, Unterrichtszeiten

Die Arbeitszeiten unterliegen der Dienstplangestaltung der jeweiligen Einrichtung.
Über das Nachholen von Fehlzeiten im Praxisanteil der Ausbildung entscheiden wir im Einzelfall. Als Richtwert gilt, dass Fehlzeiten, die 180 Stunden innerhalb der gesamten Ausbildung über-schreiten, die Zulassung zur Prüfung gefährden und nachgearbeitet werden müssen. Das gilt auch für Krankenhausaufenthalte und Mutterschutzzeiten.
Die Schultage sind innerhalb der drei Jahre unterschiedlich, werden der Einrichtung aber früh ge-nug mitgeteilt. Der Unterricht findet entweder Montag und Dienstag (8.30 – 16.30 Uhr) oder Don-nerstag und Freitag (8.30 – 16.30 Uhr) statt. Zusätzlich zu den festen Schultagen sind die Studie-renden weitere Schultage für Blockwochen an der Schule.
- Im ersten Ausbildungsjahr sind dies ca. 12 zusätzliche Schultage.
- Im zweiten Ausbildungsjahr sind dies ca. 12 zusätzliche Schultage.
- Im dritten Ausbildungsjahr sind dies ebenfalls ca. 9 zusätzliche Schultage.

Die Studierenden werden von uns aufgefordert, diese Information zeitnah an die Einrichtungen/die Praxisanleitung weiterzugeben. Auch Änderungsmitteilungen erfolgen auf diesem Wege.

4. Einsatz der Studierenden

Die Studierenden werden in der Regel in einem vorher vereinbarten Arbeitsbereich eingesetzt. Innerhalb großer Einrichtungen ist es jedoch auch möglich, andere Bereiche kennen zu lernen. Es kann z.B. kurze, über das erste Jahr verteilte Hospitationen in verschiedenen, im Ausbildungsplan festgelegten Bereichen stattfinden. Soll die Ausbildung in zwei Bereichen stattfinden, so empfiehlt sich ein Wechsel zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres. Aufgrund der mit der Praxis verbun-denen Aufgabenstellungen des zweiten und dritten Ausbildungsjahres ist ein späterer Wechsel nicht sinnvoll.
Häufige Gruppenwechsel und Einsätze der Studierenden als Springerin oder Springer sind nicht im Sinne der Ausbildung.
Das selbständige Arbeiten soll zwar erlernt werden, es bleibt aber zu beachten, dass sich die Stu-dierenden in einem Ausbildungsverhältnis befinden. Daher muss eine hauptamtliche Mitarbeiterin oder ein hauptamtlicher Mitarbeiter jederzeit erreichbar und gegebenenfalls kurzfristig vor Ort sein. Im Sinne der Ausbildung gilt das auch für Studierende mit einem Arbeitsvertrag.

5. Ausbildungsplan

Zu Beginn der Ausbildung erstellt die Einrichtung/Anleitung in Absprache mit dem oder der Studie-renden und der Praxislehrkraft ein Ausbildungsplan, aus dem hervorgeht, welche konkreten Ziele bis zu welchem Zeitpunkt angestrebt werden, welche Aufgaben die Studierenden wann überneh-men, an welchen Einsatzorten sie arbeiten und zu welchem Zeitpunkt, welche Erfahrungen sie in verschiedenen Bereichen machen sollen.
Das Anforderungsprofil der Anleitung und der Einrichtung wird dadurch deutlich. Für die begleiten-den Gespräche dient der Plan als Reflexionsgrundlage.
Die Erstellung des Ausbildungsplanes besprechen Anleitung und Praxislehrkraft beim ersten be-gleitenden Besuch. Der Ausbildungsplan muss dem Ita Wegman Berufskolleg vor den Weih-nachtsferien des ersten Ausbildungsjahres vorliegen.

6. Wechsel der Einrichtung, Kündigung

Sowohl die Einrichtungen als auch die Studierenden sind aufgefordert, sich bei Konflikten unverzüglich an die Praxislehrkraft zu wenden, um gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.
Bei Kündigung des Vertrages durch die Einrichtung müssen dem Ita Wegman Berufskolleg umge-hend eine schriftliche Begründung der Kündigung sowie ein Gutachten über den abgeleisteten Praxisanteil zukommen.
Bei Kündigung des Vertrages durch die Studierende oder den Studierenden muss vor Einreichen der Kündigung ein Gespräch mit der Praxislehrkraft geführt werden.
In jedem Fall entscheidet bei Kündigung das Ita Wegman Berufskolleg im Einzelfall über Abbruch, Verlängerung oder Fortsetzung der schulischen Ausbildung.

7. Anleitung der Studierenden durch die Einrichtung

Die Praxisanleitung ist die Ansprechperson für die Studierenden bei allen Fragen, die sich in ir-gendeiner Weise auf den praktischen Anteil der Ausbildung beziehen.
Die Praxisanleitung findet auf zwei Ebenen statt: Zum einen in der konkreten Arbeit des jeweiligen Bereiches und zum anderen auf einer allgemeineren, reflektierenden Ebene, die die Bedeutung der konkreten Arbeit für die eigene Person bewusst macht.
Für die konkrete, tägliche Arbeit wird auf jeden Fall eine Anleitung benannt, die im Arbeitsbereich des oder der Studierenden tätig ist. In diesem Bereich der täglichen Arbeit soll die Praxisanleitung die Studierende oder den Studierenden an neue Aufgaben heranführen und Anregung und Unter-stützung für das praktische Handeln geben. Unter der Zielsetzung des selbständigen Arbeitens soll sie helfen, Freiräume zu schaffen, in denen die oder der Studierende Aufgaben des Tagesablaufs ebenso wie besondere Aufgaben selbständig und eigenverantwortlich übernehmen kann. Eigen-ständig entwickelte Ideen oder Neuerungen sollen im Team besprochen und gegebenenfalls auf-genommen werden.
Um den Bereich der täglichen Arbeit ausführlich darzustellen und um die notwendige Begleitung dabei zu gewährleisten, sind Gespräche "zwischen Tür und Angel" in der Regel nicht ausreichend. Ein regelmäßiger Gesprächstermin, der kurz sein kann, hat sich daher als sinnvoll erwiesen. Im Verlauf der Ausbildung können die Abstände zwischen den Gesprächen zunehmend größer wer-den.

8. Anleitungstreffen

Um die gemeinsame Arbeit zu fördern und weiter zu entwickeln, finden regelmäßige Treffen der Anleitungen und der Lehrkräfte des Ita Wegman Berufskollegs statt. Der genaue Termin wird den Einrichtungen mitgeteilt, sobald er bekannt ist und sofern (im ersten Ausbildungsjahr) eine Kopie des Arbeitsvertrages vorliegt. Er ist auch auf der Internetseite des Berufskollegs zu finden: www.fachschule-wuppertal.de.

9. Fort- und Weiterbildung; Supervision

Es ist sinnvoll und unbedingt wünschenswert, dass Studierende über Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung durch ihre Anleitung informiert und – je nach Vertragsart - durch die Einrichtung frei-gestellt werden oder Bildungsurlaub beantragen können.
An einer eventuell in der Einrichtung stattfindenden Supervision sollten die Studierenden teilnehmen können, da sie aufgrund der Dauer ihrer Ausbildung als Teammitglieder zu sehen sind.

10. Begleitende Besuche

Begleitende Besuche der Praxislehrkraft in den Einrichtungen sollten während der Ausbildung ca. dreimal pro Ausbildungsjahr stattfinden. Dabei ist die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Gespräch zwischen Studierenden, Anleitung und Lehrkraft gegeben. Beim ersten Besuchstermin in der Einrichtung ist die Teilnahme am Arbeitsalltag der/des Studierenden obligatorisch. Die Gespräche sollen anhand des jeweiligen Ausbildungsplanes den jeweiligen Stand der Studierenden in der Ausbildung reflektieren. Auch die Arbeitsproben finden während dieser Besuche statt. Bei Bedarf und auf Wunsch der Studierenden oder der Anleitung können natürlich weitere Gespräche vereinbart werden.

11. Praxisbezogene Unterrichtsfächer

a) Praxis in Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit
In diesem Fach wird kein schulischer Unterricht erteilt. Bewertet werden die Leistungen in der all-täglichen praktischen Arbeit. Grundlage der Bewertung sind die Arbeitsproben, die Wahrnehmung durch die Praxislehrkraft sowie die Darstellung und Reflexion der Arbeit in den begleitenden Ge-sprächen. Außerdem fließt das Gutachten (s.u.) der Praxisanleitung in die Bewertung mit ein.
Darüber hinaus werden Leistungsnachweise erbracht (vgl. Infoskript „Leistungs¬nachweise in der praxisintegrierten Ausbildung“ für das Fach „Praxis in Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit“).

b) Projektarbeit

Im zweiten Ausbildungsjahr wird das Fach Projektarbeit erteilt. In Teams sollen die Studierenden ein praxisbezogenes Projekt erarbeiten, d.h. Ziele formulieren, planen, organisieren, durchführen, reflektieren, evaluieren und dokumentieren. Die Einrichtungen und Anleitungen sind aufgefordert, Wünsche und Ideen für Projektthemen einzubringen. Das Projekt wird im Praxisanteil der Ausbil-dung umgesetzt und anschließend in der Schule präsentiert. Vertreter der Einrichtungen können bei der Präsentation anwesend sein. Da die Projektarbeit ein Unterrichtsfach ist, erscheint die ab-schließende Note auf dem Zeugnis.
Genauere Informationen werden vor Beginn der Projektarbeit heraus gegeben.

12. Gutachten

Gegen Ende jedes Ausbildungsjahres erstellt die Einrichtung ein Gutachten. Dieses Gutachtens ist bis spätestens 14 Tage vor der Zeugniskonferenz (im ersten und zweiten Ausbildungsjahr) bzw. vor der Zulassungskonferenz (im dritten Ausbildungsjahr) beim Ita Wegman Berufskolleg einzureichen. Der genaue Termin wird den Studierenden und der Einrichtung beim ersten Praxis-besuch mitgeteilt. Das Einhalten dieses Termins ist unbedingt zu beachten, da sonst die Versetzung der Studierenden bzw. die Zulassung zur Prüfung nicht möglich ist!
Zum Abschluss des 3. Ausbildungsjahres bestätigt die Einrichtung im Gutachten die insgesamt während der Ausbildung abgeleisteten Praxisstunden (Krankheits- und andere Fehlzeiten müssen berücksichtigt werden). Um das Abschlusszeugnis ausstellen zu können, müssen die Studierenden eine Praxiszeit von insgesamt mindestens 2400 Arbeitsstunden nachweisen.
Das Ita Wegman Berufskolleg verwendet ein Gutachten-Formular. In diesem Gutachten werden die Ausbildungsziele in den verschiedenen Bereichen zusammengefasst.
Das Gutachten wird ausschließlich zur Leistungsbeurteilung im Berufskolleg benötigt. Es ist kein Arbeitszeugnis und kann ein solches auch nicht ersetzen. Es gelten daher auch nicht die rechtlichen Vorgaben für die Formulierung eines Arbeitszeugnisses.

13. Kolloquium

Am Ende des fachpraktischen Ausbildungsabschnittes findet eine Prüfung in Form eines
Kolloquiums (Fachgesprächs) statt. In diesem soll der Nachweis erbracht werden, dass
die in der Ausbildung vermittelten Qualifikationen in der Berufspraxis kompetent umgesetzt
werden können.
Am Ita Wegman Berufskolleg hat das Kolloquium die Form einer öffentlichen 20minütigen
Präsentation der während der fachpraktischen Ausbildung erarbeiteten Ergebnisse, an die
sich eine 10minütige Frage- und Gesprächsrunde anschließt.
Am Kolloquium nehmen die Mitglieder des Prüfungsausschusses teil sowie Studierende
des Ita Wegman Berufskollegs. Fachkräfte aus den Einrichtungen (insbesondere die
Anleitungen) sind eingeladen und können mit beratender Stimme teilnehmen. Auch
andere interessierte Personen können an dem Kolloquium teilnehmen.

14. Urkunde und Examensergebnis

Nach erfolgreich abgeschlossenem Examen und erfolgreichem Abschluss des Kolloquiums und dem Nachweis der Einrichtung, dass mindestens 2400 Praxisstunden absolviert wurden, werden die Berufsurkunde und das Zeugnis über das Ergebnis des Examens erstellt.
Die Berufsurkunde bescheinigt die Berechtigung zum Tragen der Berufsbezeichnung „staatlich anerkannte Erzieherin bzw. staatlich anerkannter Erzieher“.
Die Themen und Ergebnisse der Examensarbeiten werden bescheinigt.
Die Fachhochschulreife wird gegebenenfalls gesondert bescheinigt.

15. Gültigkeit dieser Informationen

Die vorliegenden Informationen werden jährlich überarbeitet und ggf. aktualisiert. Gültig ist immer und für alle Ausbildungsjahrgänge die zuletzt veröffentlichte Fassung. Es können sich also für das kommende Schuljahr Änderungen ergeben.
Für Studierende und Anleitungen ist es sinnvoll, sich evtl. nach neuen Informationsskripten zu erkundigen.

Als Download: Praxisinfos-SOP.pdf 577 KB