Praxisinfos HEP

Informationen zur Praxisintegrierten Ausbildung für Heilerziehungspfleger/innen (HEP)


Die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin/zum Heilerziehungspfleger kann am Ita Wegman Berufskolleg praxisintegriert (berufsbegleitend) durchgeführt werden. Praxisintegriert bedeutet, dass die fachpraktischen Anteile der Ausbildung nicht wie in der Vollzeitform in Form von Praktika (Kurzzeitpraktika und Berufspraktikum) stattfinden, sondern in die Gesamtstruktur der Ausbildung integriert sind.

Diese Form der Ausbildung setzt ein Beschäftigungsverhältnis mit einer Einrichtung der Behindertenhilfe im Umfang von mindestens 19,5 Stunden voraus. Im übrigen gelten die gleichen rechtlichen Vorschriften (Prüfungsordnung) wie in der vollzeitschulischen Ausbildung.

Die Ausbildung schließt mit der theoretischen und fachpraktischen Abschlussprüfung am Ende des dritten Ausbildungsjahres ab.

1. Einrichtungen

Der praktische Anteil der Ausbildung muss in einer anerkannten Einrichtung der Behindertenhilfe unter Anleitung durch eine Fachkraft mit Berufserfahrung (Heilerziehungspflegerin, Heilpädagogin, Dipl. Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin, Pflegefachkräfte, Erzieherin usw.) abgeleistet werden.

Falls der praktische Teil der Ausbildung an einer Förderschule (nur möglich an Förderschulen mit dem Schwerpunkt „geistige Entwicklung“) absolviert wird, ist dem Ita Wegman Berufskolleg ein schriftlicher Nachweis über die Person, die die Anleitung übernimmt sowie über die Möglichkeit und Bereitschaft Arbeitsproben zu absolvieren, vorzulegen. Außerdem muss wegen der Ferienzeiten der Stellenanteil entsprechend erhöht bzw. die Praxiszeit entsprechend verlängert werden.

Die Praxiseinrichtung sollte in der Regel im Umkreis von 50 km um das Ita Wegman Berufskolleg liegen.

Studierenden, die in einer anthroposophischen Einrichtung den Praxisanteil ihrer Ausbildung absolvieren, wird es im Einzelfall und nach Absprache ermöglicht, auch über diese Entfernung hinaus Stellen anzunehmen.

Die Ausbildung muss innerhalb von fünf Jahren nach Beginn der Ausbildung erfolgreich abgeschlossen sein. Ein Antrag auf Verlängerung dieser Frist kann in begründeten Ausnahmefällen schriftlich über die Schulleitung bei der Bezirksregierung gestellt werden.

2. Vertrag und Gehalt

Die Praxiseinrichtung schließt mit der oder dem Studierenden einen Vertrag über die Ausbildungs-dauer von drei Jahren ab.
Der Vertrag sollte eine Vereinbarung darüber enthalten, was im Falle der Nichtversetzung ge-schieht. Laut Schulrecht ist die einmalige Wiederholung eines der drei Ausbildungsjahre möglich. Es wäre sinnvoll, wenn in diesem Fall der Vertrag um ein Jahr verlängert werden könnte. Außerdem ist es ratsam, vertraglich festzulegen, was geschieht, wenn der oder die Studierende im Fach "Praxis der Heilerziehungspflege" nicht ausreichende Leistungen erbringt.

Eine Kopie des Vertrages erhält das Ita Wegman Berufskolleg.

Folgende Vertragsformen sind u.a. möglich:

a) Ausbildungsvertrag
Es handelt sich im Sinne der Prüfungsordnung um einen Ausbildungsvertrag besonderer Art, bei dem der Erwerb von beruflichen Kenntnissen, Fertigkeiten und Erfahrungen im Vordergrund steht. Dabei gelten die entsprechenden Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes und die allgemeinen Vorschriften des Arbeitsrechtes.
Ausbildungsverträge sind Vollzeitverträge, die die Freistellung der Studierenden für die Unter-richtszeiten beinhalten (dabei entsprechen zwei Unterrichtstage pro Woche dem Umfang einer halben Wochenarbeitszeit, eine Unterrichts-Blockwoche entspricht einer vollen Arbeitswoche). Innerhalb von drei Ausbildungsjahren müssen mind. 2400 Arbeitsstunden abgeleistet werden.
Urlaub ist während der unterrichtsfreien Zeiten zu nehmen, im Übrigen wird während der Schulfe-rien im Umfang einer vollen Stelle gearbeitet.
Ein festgelegtes Gehalt für diese Form der Ausbildung gibt es nicht. Verdi, „Der Paritätische“ und andere Wohlfahrtsverbände haben jedoch Zahlen herausgegeben, die den Ausbildungsvergütungen im Pflegebereich entsprechen. (Bei Bedarf können diese Informationen bereitgestellt werden.)

b) Praktikumsvertrag
Wenn alle für den Ausbildungsvertrag beschriebenen Voraussetzungen beachtet werden, kann auch ein über drei Jahre laufender Praktikumsvertrag über mindestens 19,5 Arbeitsstunden wö-chentlich abgeschlossen werden. Am Ende der Ausbildung bescheinigt die Einrichtung, dass mind. 2400 Praxisstunden abgeleistet wurden. Allerdings sollten auch hier die von den Wohlfahrtsver-bänden genannten Ausbildungsvergütungen berücksichtigt werden. Dass gerade kleine Einrich-tungen nicht immer in der Lage sind, nach Tarif zu bezahlen, soll nicht dazu führen, dass Studie-rende in der praxisintegrierten Ausbildung generell als billige oder gar unbezahlte Arbeitskräfte angesehen werden. Das Ita Wegman Berufskolleg wendet sich ausdrücklich gegen eine Tendenz, Studierende unter Tarif-Niveau zu bezahlen.

c) Arbeitsvertrag
Eine andere Form ist der Arbeitsvertrag, der mindestens 19,5 Wochenarbeitsstunden abdecken muss. Diese im Vertrag festgelegte Wochenarbeitszeit bleibt auch während der unterrichtsfreien Zeiten (Ferien) konstant. Für über die zwei Unterrichtstage pro Woche hinausgehende Unterrichts-blöcke muss eine Freistellung durch die Einrichtung erfolgen. Es kann eine Klausel eingearbeitet werden, dass die während dieser Unterrichtsblöcke nicht erbrachte Arbeitszeit während der Schul-ferien nachgearbeitet wird. Am Ende der Ausbildung bescheinigt die Einrichtung, dass mind. 2400 Praxisstunden abgeleistet wurden. Die Bezahlung richtet sich nach den in der Einrichtung gültigen Tarifen. Studierende mit Arbeitsvertrag sind in den Einrichtungen hauptamtliche Mitarbeiter, d.h. sie können im Dienstplan als voll verantwortliche Mitarbeiter eingesetzt werden. Das kommt der Einrichtung zugute, kann aber eine sinnvolle Anleitung und Ausbildung in der Praxis erschweren. Reflexionsgespräche müssen außerhalb der Arbeitszeit geführt werden und entfallen dadurch häu-fig. Das entspricht nicht dem Sinn der Ausbildung, insbesondere wenn bei der Studierenden noch keine oder nur geringfügige praktische Erfahrung vorliegt.

3. Arbeitszeiten, Fehlzeiten, Unterrichtszeiten

Die Arbeitszeiten unterliegen der Dienstplangestaltung der jeweiligen Einrichtung. Über das Nach-holen von Fehlzeiten im Praxisanteil der Ausbildung wird im Einzelfall entschieden. Als Richtwert gilt, dass Fehlzeiten, die 180 Stunden innerhalb der gesamten Ausbildung überschreiten, die Zu-lassung zur Prüfung gefährden und nachgearbeitet werden müssen. Dies gilt auch für Kranken-hausaufenthalte und Mutterschutzzeiten.
Ein Antrag auf die Freistellung vom Unterricht aufgrund einer Ferienmaßnahme, eines Urlaubes mit Klienten etc. ist nicht möglich. Die Teilnahme wird als entschuldigte Fehlzeit betrachtet, wenn diese rechtzeitig angekündigt wurde und eine schriftliche Bestätigung über die Teilnahme durch die Einrichtung dem Ita Wegman Berufskolleg vorliegt.
Die Schultage sind innerhalb der drei Jahre unterschiedlich, werden der Einrichtung aber rechtzeitig mitgeteilt. Der Unterricht findet an zwei Schultagen pro Woche von 8.30 Uhr bis 16.30 Uhr statt. Zusätzlich zu den festen Schultagen sind die Studierenden weitere Schultage für Blockwochen an der Schule. Im ersten Ausbildungsjahr sind dies ca. 13 zusätzliche Schultage. Im zweiten und dritten Ausbildungsjahr sind dies ca. neun zusätzliche Schultage.
Die Studierenden werden von uns aufgefordert, diese Information zeitnah an die Einrichtungen/die Praxisanleitung weiterzugeben. Auch Änderungsmitteilungen erfolgen auf diesem Wege.

4. Einsatz der Studierenden

Die Studierenden werden in der Regel in einem vorher vereinbarten Arbeitsbereich eingesetzt. Das Kennenlernen der Einrichtung sollte - insbesondere bei großen Einrichtungen - durch kurze, mög-lichst über das erste Ausbildungsjahr verteilte Hospitationen in verschiedenen, im Ausbildungsplan (s.u.) festgelegten Bereichen stattfinden. Soll die Ausbildung in zwei Bereichen stattfinden, so empfiehlt sich ein Wechsel zu Beginn des zweiten Ausbildungsjahres. Aufgrund der mit der Praxis verbundenen Aufgabenstellungen des zweiten und dritten Ausbildungsjahres ist ein späterer Wechsel nicht sinnvoll. Häufige Gruppenwechsel und Einsätze der Studierenden als Springerin oder Springer sind nicht im Sinne der Ausbildung.
Das selbständige Arbeiten soll zwar erlernt werden, es bleibt aber zu beachten, dass sich die Stu-dierenden in einem Ausbildungsverhältnis befinden. Daher muss eine hauptamtliche Mitarbeiterin oder ein hauptamtlicher Mitarbeiter jederzeit erreichbar und gegebenenfalls kurzfristig vor Ort sein. Im Sinne der Ausbildung gilt dies auch für Studierende mit einem Arbeitsvertrag.

Pflegerischer Schwerpunkt - Wichtiger Hinweis zum Praxiswechsel!!!
Gemäß des Lehrplanes der Fachschulen für Heilerziehungspflege des Landes NRW ist es vorge-sehen, dass die Arbeit innerhalb der dreijährigen Ausbildungszeit einen pflegerischen Schwerpunkt haben muss. Im Rahmen dieses pflegerischen Schwerpunktes sollen die Studierenden eine erwei-terte Grundpflege und Teilaspekte der Behandlungspflege kennenlernen und durchführen.
Im zweiten Ausbildungsjahr sind in einem Zeitrahmen von acht Wochen die Tage, die nicht Schul-tage sind, in einer Praxiseinrichtung mit pflegerischem Schwerpunkt zu absolvieren. An den beiden Schultagen findet der Unterricht wie gewohnt statt. Der genaue Zeitrahmen wird vom Ita Wegman Berufskolleg vorgegeben und ist für alle Studierenden verbindlich.
Um diese Richtlinie für alle Studierenden umsetzen zu können, ist es notwendig, auf die unter-schiedliche Beschaffenheit der Praxiseinrichtungen zu schauen. Studierende, die in größeren Ein-richtungen arbeiten, können evtl. dort im vorgegebenen Zeitraum in einen anderen Bereich wech-seln, der die entsprechenden Voraussetzungen bietet. Aber nicht alle Einrichtungen haben auch Praxisfelder mit pflegerischem Schwerpunkt. Hier besteht die Möglichkeit, die Studierenden bezahlt von ihrer Arbeit in der Vertrags-Einrichtung freizustellen, so dass sie die pflegerische Eignung an anderer Stelle erwerben können. Bei einer guten Absprache der Einrichtungen und der Studie-renden untereinander ist es auch möglich, dass Studierende gegenseitig ihre Praxisplätze tauschen, so dass alle Praxisplätze immer besetzt sind.
Wir bitten die Einrichtungen, an diesem Punkt mitzuarbeiten und individuelle Möglichkeiten zu ent-wickeln sowie bei der Erstellung des Ausbildungsplanes zu berücksichtigen. Die Praxislehrkräfte des Ita Wegman Berufskollegs werden beim ersten Besuch in der Einrichtung dieses Thema mit den Anleitungen besprechen.
Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Hepatitis B Impfung im Zusammenhang mit pflegerischen Tätigkeiten sinnvoll sein kann, von einigen Einrichtungen erwartet bzw. vorausgesetzt wird. Eine Gesundheitsbelehrung ist in jedem Fall für jede/n Studierende/n vor Beginn der Ausbildung verpflichtend. Eine Bescheinigung hierüber ist dem Ita Wegman Berufskolleg vorzule-gen.

5. Ausbildungsplan

Zu Beginn der Ausbildung wird von der Einrichtung/der Anleitung in Absprache mit dem oder der Studierenden und der Praxislehrkraft ein Ausbildungsplan erstellt. Aus diesem geht hervor, welche konkreten Ziele bis zu welchem Zeitpunkt angestrebt werden, welche Aufgaben die Studierenden wann übernehmen, an welchen Einsatzorten sie arbeiten und zu welchem Zeitpunkt, welche Erfah-rungen sie in verschiedenen Bereichen machen sollen. Das Anforderungsprofil der Anleitung und der Einrichtung wird dadurch deutlich. Für die begleitenden Gespräche dient der Ausbildungsplan als Reflexionsgrundlage.
Die Erstellung des Ausbildungsplanes wird beim ersten begleitenden Besuch mit der Praxislehrkraft besprochen.

Der Ausbildungsplan muss dem Ita Wegman Berufskolleg spätestens vor den Weihnachtsferien des ersten Ausbildungsjahres vorliegen.

6. Wechsel der Einrichtung, Kündigung

Ein Wechsel der Einrichtung ist nicht im Sinne der Ausbildung. Sowohl die Einrichtungen als auch die Studierenden sind aufgefordert, sich bei Konflikten unverzüglich an die Praxislehrkraft zu wen-den, um gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen.
Bei Kündigung des Vertrages durch die Einrichtung müssen dem Ita Wegman Berufskolleg umge-hend eine schriftliche Begründung der Kündigung sowie ein Gutachten über den abgeleisteten Praxisanteil zukommen.
Bei Kündigung des Vertrages durch die Studierenden muss vor Einreichen der Kündigung ein Ge-spräch mit der Praxislehrkraft geführt werden.
In jedem Fall entscheidet bei Kündigung das Ita Wegman Berufskolleg im Einzelfall über Abbruch, Verlängerung oder Fortsetzung der Ausbildung.

7. Anleitung der Studierenden durch die Einrichtung

Die Praxisanleitung ist die Ansprechperson für die Studierenden bei allen Fragen, die sich in ir-gendeiner Weise auf den praktischen Anteil der Ausbildung beziehen.
Die Praxisanleitung findet auf zwei Ebenen statt: Zum einen in der konkreten Arbeit des jeweiligen Bereiches und zum anderen auf einer allgemeineren, reflektierenden Ebene, die die Bedeutung der konkreten Arbeit für die eigene Person bewusst macht.
Für die konkrete, tägliche Arbeit sollte auf jeden Fall eine Anleitung benannt werden, die im Ar-beitsbereich der Studierenden tätig ist. In diesem Bereich der täglichen Arbeit soll die Praxisanlei-tung die Studierenden an neue Aufgaben heranführen und Anregung und Unterstützung für das praktische Handeln geben. Unter der Zielsetzung des selbständigen Arbeitens soll sie helfen, Frei-räume zu schaffen, in denen die Studierenden Aufgaben des Tagesablaufs ebenso wie besondere Aufgaben selbständig und eigenverantwortlich übernehmen können. Eigenständig entwickelte Ideen oder Neuerungen sollen im Team besprochen und gegebenenfalls aufgenommen werden. Um den Bereich der täglichen Arbeit ausführlich darzustellen und um die notwendige Begleitung dabei zu gewährleisten, sind Gespräche "zwischen Tür und Angel" nicht ausreichend. Ein regelmäßiger Gesprächstermin hat sich daher als sinnvoll erwiesen. Im Verlauf der Ausbildung können die Abstände zwischen den Gesprächen zunehmend größer werden. Sollte ein Wechsel der Anleitung notwendig bzw. sinnvoll sein, muss die neue Ansprechperson dem Ita Wegman Berufskolleg umgehend mitgeteilt werden. Außerdem muss ein Nachweis über eine mindestens zweijährige Be-rufstätigkeit der Anleitung erbracht werden.

8. Anleitungstreffen

Um die gemeinsame Arbeit zu fördern und weiter zu entwickeln, finden regelmäßige Treffen (in der Regel einmal jährlich) der Anleitungen und der Praxislehrkräfte des Ita Wegman Berufskollegs statt. Der genaue Termin wird den Einrichtungen mitgeteilt, sobald er bekannt ist und sofern (im ersten Ausbildungsjahr) eine Kopie des Arbeitsvertrages vorliegt. Er ist auch auf der Internetseite des Berufskollegs zu finden: www.fachschule-wuppertal.de.

9. Fort- und Weiterbildung; Supervision

Es ist sinnvoll und unbedingt wünschenswert, dass Studierende über Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung durch ihre Anleitung informiert und – je nach Vertragsart - durch die Einrichtung frei-gestellt werden oder Bildungsurlaub beantragen können.
An einer eventuell in der Einrichtung stattfindenden Supervision sollten die Studierenden teilnehmen können, da sie aufgrund der Dauer ihrer Ausbildung als Teammitglieder anzusehen sind.

10. Begleitende Besuche

Begleitende Besuche der Praxislehrkräfte in den Einrichtungen werden während der Ausbildung etwa dreimal pro Ausbildungsjahr stattfinden. Dabei findet ein gemeinsames Gespräch zwischen Studierenden, Anleitung und Praxislehrkraft statt. Die Gespräche sollen anhand des jeweiligen Ausbildungsplans den jeweiligen Stand der Studierenden in der Ausbildung reflektieren. Auch die Arbeitsproben finden während dieser Besuche statt. Bei Bedarf und auf Wunsch der Studierenden oder der Anleitung können natürlich weitere Gespräche vereinbart werden. Beim ersten Besuchs-termin in der Einrichtung ist die Teilnahme der Praxislehrkraft am Arbeitsalltag der/des Studieren-den obligatorisch.

11. Praxisbezogene Unterrichtsfächer

a) Praxis in Einrichtungen der Behindertenhilfe
In diesem Fach wird kein schulischer Unterricht erteilt. Bewertet werden die Leistungen in der all-täglichen praktischen Arbeit. Grundlage der Bewertung sind die Arbeitsproben, die Wahrnehmung durch die Praxislehrkraft sowie die Darstellung und Reflexion der Arbeit in den begleitenden Ge-sprächen. Außerdem fließt das Gutachten der Praxisanleitung (s.u.) in die Bewertung mit ein. Da-rüber hinaus sind Leistungsnachweise zu erbringen (vgl. Infoskript „Leistungsnachweise in der praxisintegrierten Ausbildung für das Fach ‚Praxis in Einrichtungen der Behindertenhilfe’“).

b) Projektarbeit
Im zweiten Ausbildungsjahr wird das Fach Projektarbeit erteilt. In Teams werden die Studierenden ein praxisbezogenes Projekt erarbeiten, d.h. Ziele formulieren, planen, organisieren, durchführen, reflektieren, evaluieren und dokumentieren. Die Einrichtungen und Anleitungen sind aufgefordert, Wünsche und Ideen für Projektthemen einzubringen. Das Projekt wird im Praxisanteil der Ausbil-dung umgesetzt und anschließend in der Schule präsentiert. Vertreter der Einrichtungen können bei der Präsentation anwesend sein. Da die Projektarbeit Fachstatus hat, erscheint die abschließende Note auf dem Zeugnis. Genauere Informationen werden vor Beginn der Projektarbeit mitgeteilt.

12. Gutachten

Gegen Ende jedes Ausbildungsjahres erstellt die Einrichtung (in der Regel die Praxisanleitung) ein Gutachten. Dieses Gutachtens ist im ersten und zweiten Ausbildungsjahr bis spätestens 14 Tage vor der Zeugniskonferenz bzw. im dritten Ausbildungsjahr vor der Zulassungskonferenz beim Ita Wegman Berufskolleg einzureichen. Der genaue Abgabetermin wird den Studierenden und der Einrichtung beim ersten Praxisbesuch mitgeteilt. Das Einhalten dieses Termins ist unbedingt zu beachten, da sonst die Versetzung der Studierenden bzw. die Zulassung zur Prüfung nicht möglich ist!
Zum Abschluss eines jeden Ausbildungsjahres bestätigt die Einrichtung im Gutachten die insgesamt während eines Jahres abgeleisteten Praxisstunden (Krankheits- und andere Fehlzeiten müssen berücksichtigt werden). Um die Berufsurkunde ausstellen zu können, müssen die Studierenden am Ende ihrer Ausbildung eine Praxiszeit von insgesamt mindestens 2400 Arbeitsstunden nachweisen.
Die Einrichtung, in der der pflegerische Schwerpunkt im Rahmen der Ausbildung absolviert wurde, bescheinigt der/dem Studierenden in einem Gutachten die abgeleisteten Arbeitsstunden mit pfle-gerischem Schwerpunkt.
Das Ita Wegman Berufskolleg hat ein Gutachten-Formular erstellt. In diesem Gutachten werden die Ausbildungsziele in den verschiedenen Bereichen zusammengefasst. Das Gutachten wird aus-schließlich zur Leistungsbeurteilung im Berufskolleg benötigt. Für Bewerbungszwecke ist es nicht geeignet. Es ist kein Arbeitszeugnis und kann ein solches auch nicht ersetzen. Es gelten daher auch nicht die rechtlichen Vorgaben für die Formulierung eines Arbeitszeugnisses.

13. Kolloquium

Am Ende des fachpraktischen Ausbildungsabschnittes findet eine Prüfung in Form eines Kolloqui-ums (Fachgesprächs) statt. In diesem soll der Nachweis erbracht werden, dass die in der Ausbil-dung vermittelten Qualifikationen in der Berufspraxis kompetent umgesetzt werden können.
Am Ita Wegman Berufskolleg hat das Kolloquium die Form einer öffentlichen 20-minütigen Präsen-tation der in der Berufspraxis erarbeiteten Ergebnisse, an die sich eine 10-minütige Frage- und Ge-sprächsrunde anschließt.
Am Kolloquium nehmen die Mitglieder des Prüfungsausschusses sowie Studierende des Ita Weg-man Berufskollegs teil. Fachkräfte aus den Einrichtungen (insbesondere die Anleitungen) sind ein-geladen und können mit beratender Stimme teilnehmen. Auch andere interessierte Personen kön-nen dem Kolloquium beiwohnen.

14. Urkunde und Examensergebnis

Nach erfolgreich abgeschlossenem Examen und erfolgreichem Abschluss des Kolloquiums sowie dem Nachweis der Einrichtung, dass mindestens 2400 Praxisstunden absolviert wurden, werden die Berufsurkunde und das Zeugnis über das Ergebnis des Examens erstellt. Die Berufsurkunde bescheinigt die Berechtigung zum Tragen der Berufsbezeichnung "staatlich anerkannte/r Heiler-ziehungspfleger/in". Die Themen und Ergebnisse der Examensarbeiten werden bescheinigt. Die Fachhochschulreife wird gegebenenfalls gesondert bescheinigt.

15. Gültigkeit dieser Informationen

Die vorliegenden Informationen werden jährlich überarbeitet und ggf. aktualisiert. Gültig ist immer und für alle Ausbildungsjahrgänge die zuletzt veröffentlichte Fassung. Es können sich also für das kommende Schuljahr Änderungen ergeben. Für Studierende und Anleitungen ist es sinnvoll, sich evtl. nach neuen Informationsskripten zu erkundigen.