Westdeutsche Zeitung – Artikel über das IWB vom 13.08.2022

Die WZ berichtet am 13.08.2022:

Das Ita-Wegman-Berufskolleg besteht seit 25 Jahren – Orientierung am ganzheitlichen Menschenbild der Anthroposophie

Die Absolventen haben durch den Fachkräftemangel eine Jobgarantie

Sein 25-jähriges Bestehen kann das Ita-Wegman-Berufskolleg feiern. Begonnen hatte es im Februar 1997 mit der Gründung einer Fachschule für Heilerziehungspflege. Inzwischen ist diese zu einem Berufskolleg mit drei Bildungsgängen angewachsen: Neben der Heilerziehungspflege gehören nun auch die Ausbildung zur Sozialassistenz und die Erzieher-Ausbildung dazu. Untergebracht ist die anthroposophisch orientierte Einrichtung im alten, historischen Bahnhof Beyenburg.

 

„Wir sind keine Waldorf-Schule“, betont Leiterin Sabine Faßbender und erklärt zum anthroposischen Hintergrund des Berufskollegs: „Wir haben ein freies Unterrichtskonzept und greifen unter anderem bestimmte Aspekte auf wie Denken, Fühlen, Wollen. Dabei verbinden wir Fachwissen, Praxis und Kreativität.“ Als fester Kooperationspartner für Einrichtungen der Eingliederungshilfe sowie der Kinder- und Jugendhilfe steht das Ita-Wegman-Berufskolleg für die Vernetzung von Theorie und Praxis.
Seit 2008 Ausbildung zur Sozialassistenz
Zum Start im Jahr 1997 hatte die Fachschule zwei verschiedene Ansätze verfolgt: eine praxisintegrierte Ausbildung sowie eine Vollzeit-schulische Ausbildung. Seit 2015 bietet das Ita-Wegman-Berufskolleg die Ausbildung zum Heilerziehungspfleger nur noch in praxisintegrierter Form an.
2008 wurde am Berufskolleg die Berufsfachschule für Sozialassistenz gegründet. Diese bietet Schulabgängern, die oft noch nicht genau wissen, was sie „im Sozialen“ arbeiten möchten, eine Orientierungsmöglichkeit. Durch Praktika in verschiedenen Bereichen der sozialen Arbeit können die Auszubildenden herausfinden, wo ihre Fähigkeiten und Neigungen liegen. Auf diese Weise lernen sie die Jugend-, Behinderten- und Altenhilfe kennen und können sich ein Bild von der Arbeit machen. Nach dem Abschluss der Ausbildung haben die Schüler die Möglichkeit, einen höherwertigen Schulabschluss zu erhalten. In Kombination mit der Fachoberschulreife berechtigt der Berufsabschluss Sozialassistenz auch ohne Abitur und zusätzliches Praktikum dazu, eine aufbauende Fachschulausbildung zu absolvieren. Am Ita-Wegman-Berufskolleg sind das die Ausbildung zum staatlich anerkannten Heilerziehungspfleger und zum staatlich anerkannten Erzieher.Heilerziehungspflegerinnen und -pfleger sind die Fachkräfte in der Arbeit mit Menschen mit Assistenzbedarf. „Durch den Fachkräftemangel in den Einrichtungen der Eingliederungs- beziehungsweise Behindertenhilfe haben unsere Absolventen bessere Berufsaussichten als je zuvor“, sagt Sabine  Faßbender. „Die Absolventen bei den Heilerziehungspflegerinnen und -pflegern haben eine Jobgarantie.“ Auch die Absolventen der Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher haben sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt.Am Ita-Wegman-Berufskolleg selber gibt es ebenfalls noch freie Schulplätze. „Die Zahl der Bewerber ist zurückgegangen“, berichtet Sabine Faßbender. Mit rund 200 Schülern zählt das Berufskolleg zu den eher Kleineren seiner Art. Es gilt als sogenannte Ersatzschule: Dabei handelt es sich um eine Schule in freier Trägerschaft. „Wir haben die gleichen Regeln, sind aber etwas freier“, so Sabine Faßbender. Die Lehrkräfte sind alle Quereinsteiger aus der Praxis, unter anderem aus dem Bereich der Psychologie, Pädagogen und Sozialarbeiter, die das Lehramt „oben drauf gesattelt haben. Dadurch wird der Unterricht lebendiger und praxisnäher“, betont die Schulleiterin diesen Vorteil für die Schüler des Berufskollegs.

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